Waldwochen in Frenkendorf - Kindergartenwichtel erobern den Wald
Waldwochen in Frenkendorf: Kindergartenwichtel erobern den Wald
Im Frenkendorf bei der Vogelschutzhütte Bruederholde entdecken die Kindergartenkinder den Wald: Sie hören Geschichten, erkunden die Na-tur und lernen auf spielerische Art und Weise die Facetten des Waldes kennen. Für vier Wochen findet der Unterricht in der Natur statt.
Die Vögel zwitschern, der feuchte Waldboden duftet nach Frühling, und im Sitzkreis herrscht gespannte Stille: Alle lauschen der Geschichte vom kleinen Flohling. Der kleine Flohling, ein Waldwichtel aus dem Littelwald, ist auf der Suche nach seinen besonderen Fähigkeiten. Ausgerüstet mit farbigen Wichtelhüten werden die rund vier-zig Kinder selbst zu kleinen Waldwesen.
Wichtelnamen und Schutztier
Gemeinsam entdecken die Wichtelfreunde den Zauber des Waldes. «Ich bin Kraxi und als Schutztier habe ich mir die Blaumeise ausgesucht. Die kann schnell wegflie-gen und ist schön farbig», meint der kleine Junge mit Schlapphut und Wichtelohren auf dem Kopf. Jedes Kind hat sich im Vorfeld des Waldprojekts einen passenden Wichtelnamen und ein Schutztier ausgesucht – an Kreativität kaum zu übertreffen.
Zwischen Wurzeln und Farnen spielen und lernen
Beim freien Spiel zwischen Wurzeln und Farnen entstehen fantasievolle Wichtelhüt-ten, rasante Schlammrutschen und kleine geschnitzte Astkunstwerke. Die Kinder tau-chen ein in eine Welt, in der Fantasie, Neugierde, Mut und Naturverbundenheit Hand in Hand gehen. In den vier Waldwochen lernen die Kinder den Wald in all seinen Facetten kennen: Wo leben Fuchs, Hase und Reh? Was machen sie für Geräusche? Fachpersonen aus dem Bereich Wald und Natur besuchen die Gruppe: Förster, Wildhüter und Jagd-aufseher sowie der Natur- und Vogelschutzverein geben wertvolle Einblicke in ihre Arbeit und erzählen, wie sie die Natur schützen und pflegen.
Wichtel-Abschlussfest
Mit leuchtenden Augen und kribbelnder Vorfreude treffen die Kindergartenkinder mit ihren Familien auf dem Parkplatz ein. Schon der Weg zum Festplatz fühlt sich wie ein kleines Abenteuer an: Tannenzapfen fliegen auf die Wildschweinwand, Wichtelhüte entstehen, es wird getanzt und eifrig nach Waldschätzen gesucht, die später das grosse Waldmandala zum Strahlen bringen. Vor dem Waldplatz empfängt das schön dekorierte Wichteltor die Kinder und ihre Familien.
Im Wichtellabor beginnt die Magie zu sprudeln. Wie Waldquell‑Sprudel, Sonnenel-fen‑Saft, Waldbeeren‑Zauber, Feuerfuchs‑Elixier oder Kobold‑Minze gemixt werden, entscheiden die kleinen Wichtel-Alchemistinnen und -Alchemisten fantasievoll. Jeder Becher ein eigenes kleines Werk. Bevor das Buffet mit all den mitgebrachten Köstlichkeiten eröffnet wird, erfüllen die Waldwichtelkinder den Frenkendörfer Littlewald mit ihren Liedern. Rund um die Fest-bänke herrscht fröhliches Gewusel: Kinder klettern, rennen, lachen und erkunden ge-meinsam mit ihren Geschwistern und Eltern und Freunden den Wald, der an diesem Abend noch ein bisschen verzauberter wirkt als sonst. Mit der Zeit legt sich die Dämmerung wie ein weiches Tuch über den Littlewald. Der Platz wird ruhiger, die Stimmen leiser, und nach und nach machen sich die müden, glücklichen Waldwichtel mit vollen Herzen und vielen schönen Erinnerungen auf den Heimweg.
Ein nachhaltiges Projekt
Vor über zwanzig Jahren fanden die ersten Waldwochen im Frenkendörfer Wald statt. Dank der Unterstützung der Schulleitung, der Bürgergemeinde und der Ge-meinde Frenkendorf, des Zivilschutzes sowie der Firma Ziegler AG (Bauwagen) erle-ben die Kinder unvergessliche Wochen. Auch für eine mobile Toilette ist gesorgt – dank Daniel Buser und der Firma DeoCab GmbH. «In dieser Zeit wachsen wir zu einer grossen Waldfamilie zusammen – wunderbar. Die Familien der Kinder werden von Anfang an ins Projekt einbezogen und wir erfah-ren jedes Mal grosse Unterstützung. Denn ohne sie wäre es nicht möglich», da sind sich die engagierten Kindergärtnerinnen einig. Weiter betonen sie den besonderen Charakter des Projekts: «Es kommt Lagerstimmung auf, und das macht die Erfah-rung nachhaltig und wertvoll.» Wie tief die Waldwochen wirken, zeigt sich auch daran, dass ehemalige Kindergar-tenkinder – heute grosse Schwestern oder Brüder – ihren Jokertag nutzen, um noch einmal mitzugehen. Ein Zeichen dafür, wie prägend und bedeutsam diese Zeit im Wald ist.
(Olivia Fessler)

